Das Haupttor des Kastells Großkrotzenburg (porta praetoria), mit 19 m Gesamtlänge und zwei Durchfahrten das größte und repräsentativste der drei Kastelltore, lag gegen den Limes gerichtet und war von dort über den Limesbegleitweg erreichbar.
Über den Limesbegleitweg wurden auch die Ziegel der im Norden des Kastells gelegenen Militärziegeleien zum Main gebracht und auf Schiffen zu ihren Bestimmungsorten transportiert. Am Main muss sich daher eine Schiffslände
befunden haben, an der auch Waren, die über den Main verschifft und für den römischen Siedlungsplatz Großkrotzenburg bestimmt waren, angelandet wurden.
Es wird also ein lebhafter Betrieb auf dieser Straße östlich des Kastells geherrscht haben. Denn neben Baumaterialien, Kleidung, Gegenständen des täglichen Lebens und der militärischen Ausrüstung musste ein römischer Militärplatz und seine zivile Siedlung vor allem mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Über Land erfolgte dieser gesamte Warentransport in römischer Zeit mittels Ochsen- oder Maultiergespannen.
Grundnahrungsmittel für die Soldaten wie auch für die Zivilbevölkerung war Getreide, aus dem Brot und nahrhafte Getreidebreie hergestellt wurden. Die Truppen bezogen ihre Getreidevorräte z. T. über größere Entfernungen aus anderen Provinzen.
Aber auch die Bauernhöfe (villae rusticae) in der näheren Umgebung trugen zur Grundversorgung der Menschen am Limes mit Getreide, Fleisch, Gemüse und Obst bei. Olivenöl, Fischsauce (zum Würzen der Speisen) und natürlich der unverzichtbare Wein wurden in großen Amphoren aus entfernten Provinzen des Reiches angeliefert.
So könnte das Haupttor des römischen Kastells in Großkrotzenburg ausgesehen haben. (Zeichnung: H. v. Goddenthow)
Exotische Gewürze, wie z. B. Pfeffer, der in fast allen Speisen Verwendung fand, importierte man dagegen von Ländern außerhalb des Imperiums. Und so belegen die Austernschalen,
die im römischen Vicus von Großkrotzenburg gefunden wurden, nicht nur die extravaganten lukullischen Freuden der seinerzeitigen Bewohner, sondern auch die entsprechenden
Handelsbeziehungen bis zur fernen Atlantikküste.